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Geplante Flüchtlingsunterkünfte in Hemmelsdorf sorgten für Wirbel im Bauausschuss der Gemeinde Timmendorfer Strand

Sitzung

Von René Kleinschmidt

Timmendorfer Strand/Hemmelsdorf. Besonders groß war das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Timmendorfer Strand am 13. Oktober. Mit über 70 Einwohnern war der Sitzungssaal im Rathaus bis auf den letzten Platz besetzt, einige mussten sogar stehen, so groß war der Andrang. Dabei sind einige zum Thema „Einbahnstraße Strandallee“, andere zum Tagesordnungspunkt „Neubau des Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrgerätehaus in Groß Timmendorf“ erschienen.

Aber eine größere Gruppe waren Dorfbewohner aus Hemmelsdorf. Anlass war das Vorhaben der Gemeinde, am Hainholzweg in Hemmelsdorf Unterkünfte für insgesamt 35 bis 40 Flüchtlinge zu bauen. Die Hemmelsdorfer fühlten sich schlecht informiert und bemängelten, dass es zu dem Thema keine Dorfschaftsversammlung gab. Bürgermeisterin Hatice Kara und Ordnungsamtsleiterin Kerstin Hartz haben am 5. Oktober lediglich zu einem Anlieger-Infoabend eingeladen. Kara räumte ein, dass es offensichtlich ein Fehler war und sagte, dass sie nicht gedacht hätte, „dass andere, als die direkten Anwohner, dafür Interesse haben“.

Vor kurzem hat eine Gruppe Hemmelsdorfer eine Petition gestartet und eine Unterschriftensammlung gegen die Pläne der Gemeinde vorgelegt. Die Bedenken der Hemmelsdorfer, die auch an dem besagten Info-Abend zur Sprache kamen, fasste Bürgermeisterin Hatice Kara dann noch einmal zusammen: Die Zahl der Flüchtlinge sei zu groß, um sie integrieren zu können. Als größte Sorge und „nicht tragbar“ nannten die Teilnehmer der Petition, auf diesem kleinen Grundstück 35 bis 40 Personen unterzubringen. „Auf dem Grundstück sind drei Häuser vorgesehen, jetzt sollen vier bis fünf Häuser gebaut werden. Bei drei Gebäuden können wir die Flüchtlinge auch richtig integrieren, aber so fühlen wir uns einfach überfordert,“ sagte ein Hemmelsdorfer. Es drohe außerdem ein Wertverlust der Immobilien und die Lage am Ende des Hainholzweges, am Rande der Gemeinde, sei bedenklich und für die Flüchtlinge auch nicht förderlich, da der Weg zu Schulen, Ärzten oder Behörden zu weit sei.

„Wir sind nicht gegen Flüchtlinge,“ machte ein Hemmelsdorfer deutlich. Eine Sorge der Dorfbewohner sei aber auch die geballte Unterbringung auf kleinem Raum am Rande des Dorfes. „Als starkes Stück“ bezeichnete Dorfvorsteherin Bärbel Rieger, dass eine Delegation aus Hemmelsdorf ohne ihr Wissen Bürgermeisterin Kara am Abend zuvor aufgesucht hat, um Argumente gegen die Flüchtlingsunterkünfte vorzutragen.

Kara verwies darauf, dass die Unterbringung der Flüchtlinge eine gesetzliche Aufgabe und die Verpflichtung einer jeden Kommune sei. In der Gemeinde Timmendorfer Strand wurden bisher mehr als 100 Flüchtlinge untergebracht, weitere 100 werden aber bis Ende des Jahres noch erwartet. „Wir haben auch in Timmendorfer Strand und Niendorf Flüchtlinge untergebracht, jetzt haben wir die Aufgabe, weiterhin Flüchtlinge unterzubringen – und zwar möglichst dezentral und sozialverträglich,“ so die Bürgermeisterin. „Innerhalb kurzer Zeit müssen wir mit einem erhöhten Zukommen rechnen. Und dabei versuchen wir auch, die Balance der Sozialverträglichkeit einzuhalten, auf der einen Seite die gesetzliche Verpflichtung und auf der anderen Seite die Sorgen und Bedenken der Anwohner.“

Im Laufe der Sitzung sind auch andere Optionen seitens der Hemmelsdorfer genannt worden. Ob andere Grundstücke oder Möglichkeiten in Betracht gezogen werden können, soll geprüft werden. „In der Gemeinde Timmendorfer Strand wachsen die Grundstücke nicht an den Bäumen und wir sind weiterhin dankbar für jeden Hinweis auf freien Wohnraum und Grundstücke,“ so Kara.

Als in einigen – zum Teil wütenden - Wortbeiträgen der Hemmelsdorfer von „Asylanten“ die Rede war, kippte die ohnehin angespannte Stimmung förmlich in tumultartige Zustände, als Ausschuss-Mitglied Udo Halenza (CDU) dazu sagte: „Wir sollten hier nicht in rechtsradikale Sprache abgleiten.“ Die Situation drohte zu eskalieren, nachdem er dies unglücklicherweise aussprach und damit lediglich um eine vernünftige Konservation bitten wollte. Mit den Worten „Wir lassen uns nicht als Rechtsradikale beschimpfen“ verließen zahlreiche Hemmelsdorfer den Sitzungsraum und machten draußen ihrem Ärger weiter Luft. Die Sitzung wurde daraufhin unterbrochen und Bürgermeisterin Hatice Kara beruhigte gemeinsam mit Ausschuss-Vorsitzenden Rainer Steen die Menge. Eine Entschuldigung für seine Wortwahl blieb von Halenza aus.

Die Gemeinde hält an ihrem Vorhaben fest und der Ausschuss hat die Vergabe von Architektenleistungen für die Wohnunterkünfte in mobiler Holzbauweise im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung beschlossen. Diesmal ist für Anfang November eine Dorfschaftsversammlung geplant, zu der noch eingeladen wird.

Das Angebot der Bürgermeisterin vorab ein Info-Abend mit dem beauftragten Architektenbüro am 21. Oktober durchzuführen, wurde von der Dorfvorsteherin nach Rücksprache mit einem Vertreter aus der Delegation unter Hinweis auf die anstehende Dorfschaftsversammlung und die Herbstferien als nicht erforderlich abgelehnt.

Einige Hemmelsdorfer können sich übrigens auch vorstellen, einzelne, freie Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. „Es reifen derzeit einige Ideen und Bemühungen,“ berichtete ein Bürger aus Hemmelsdorf einige Tage nach der turbulenten Sitzung dem Internetportal TiNi24.de in einem Telefongespräch am vergangenen Samstag.

Des Weiteren wurde über einen Dringlichkeitsantrag abgestimmt: Da sich die Verhandlungen, kurzfristig zwei größere Objekte anzumieten, verschlagen haben, und damit die Gemeinde handlungsfähig sein kann, wurde vorsorglich dafür gestimmt, bei Bedarf Wohncontainer auf dem Parkplatz im Wiesenweg aufzustellen. Dies sei aber nur eine Option. R.K.

Zum Foto ganz oben (zum Vergrößern bitte anklicken!): Drei Themen auf der Tagesordnung der jüngsten Bauausschuss-Sitzung sorgten für einen vollen Sitzungssaal. (Foto: René Kleinschmidt)

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Nachricht vom 19.10.15 20:00

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(c) INSIDE GROUP 2011 | Timmendorfer Strand - Niendorf | Letzte Aktualisierung: Samstag, 27. November 2021

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